Deutsch-Themen aus dem Deutschunterricht von einem Schüler für Schüler

Hier findet man die Charakterisierung des Alfred Ill, dem Protagonisten im Stück: Besuch der alten Dame von Friedrich Dürrenmatt. Die nachfolgende Charakterisierung von Alfred Ill erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, viel mehr möchte sich den Charakter Ills vorstellen und auf einige seiner Züge eingehen. Anmerkungen können jederzeit über die Kommentarfunktion abgegeben werden.

Alfred Ill ist der tragische “Held” in der tragischen Komödie “Der Besuch der alten Dame” von Friedrich Dürrenmatt. Er wird von der Milliardärin Claire Zachanassian zum Tode verurteilt, da er sie damals in Jugendzeiten, noch unter dem Namen Klara Wäscher, sitzen hat lassen, nach dem sie schwanger von ihm geworden ist. Ill verleugnete das Kind und Klara sogar vor dem Gericht, in dem er zwei Zeugen bestach. Nun kommt Klara Wäscher im Stück von Friedrich Dürrenmatt als Milliardärin Claire Zachanassian nach Güllen zurück und fordert die Gerechtigkeit ein.

Verheiratet ist Alfred Ill mit Mathilde Blumhard, die er wegen des Geldes geehelicht hat. Mathilde hat einen Krämerladen geerbt, den sie nun mit Alfred weiter betreibt und ein genügsames Leben führt. Mit Mathilde hat Alfred Ill zwei Kinder, einen Sohn (Karl) und eine Tochter (Ottilie). Obwohl er sich im Laufe des Buchs um eine gute Beziehung zu ihnen versucht, ist diese nicht intakt. So klagt er gegenüber der Milliardärin, dass sie “ohne Ideale” sind. Im Grunde klagt er damit sich selbst an, ist er doch zusammen mit seiner Frau für die Erziehung der Kinder verantwortlich. Der Leser könnte sich fragen: Was will man auch von der Erziehung eines Vaters erwarten, der selbst keine Ideale hat. Der sogar seine ehemalige hochschwangere Freundin vor Gericht verraten hat und selbst nur auf Geld aus ist.

Obwohl die Einwohner von Güllen über Alfreds Ills Vergangenheit mit Klara Wäscher Bescheid wissen, ist er dennoch ein beliebter Bürger in Güllen. Er ist sogar einer der beliebtesten und soll zum neuen Bürgermeister ernannt werden. Für die Stadt Güllen und deren Einwohner ist er darüber hinaus ein wichtiger Schlüssel um an die Unterstützung der Milliardärin Claire Zachanassian zu gelangen. Schließlich waren die beiden doch ein Liebespaar. Über das unrühmliche Ende der Beziehung zwischen Alfred und Klara machen sich die  Güllener keine Gedanken, schließlich heilt die Zeit doch alle Wunden …

Während Alfred Ill sich noch am Anfang des Stückes zum Kollektiv der Güllener zählen kann und darf, entfernt er sich zudem von ihnen. Ganz am Ende im dritten Akt ist Alfred Ill dann so ziemlich allein, ein Individuum. Ill wird aus der Gemeinschaft der Güllener nach und nach heraus gedrängt. Dabei ist kein Güllener so ehrlich, wie beispielsweise der Pfarrer, der Ill bittet zu fliehen, da sonst die Güllener Gemeinschaft in Versuchung geführt werden könnte.

Bald muss Ill erkennen, dass sich alle Güllener und auch seine Familie gegen ihn Gewand haben. Die Verlockung des “schnellen Geldes” war doch zu groß. Als zukünftiger Bürgermeister kommt Ill nicht mehr in Frage, dies wird im so auch deutlich mitgeteilt. Ein weiterer Schritt in dem klar wird, dass Ill keinen Platz mehr in der Gemeinde Güllen mehr hat.

Nach diesen ganzen Erkenntnissen findet in Ill tatsächlich ein gewisser Reifeprozess statt (Katharsis). Bisher hatte Ill die Schuld am Schicksal von Klara offen geleugnet, wollte sich diese einfach nicht eingestehen. Nun ist er soweit, dass er seine eigene Schuld anerkennen kann. Mit dieser Einsicht, willigt er auch der Konsequenz, seinen Tod, ein. Damit wird Alfred Ill zu einem tragischen Held.




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